Der Ruf der Radsportlegende Gustav Kilian ist zweifach begründet: In seiner aktiven Zeit war er der „Sechstage-Kaiser“ mit 34 Rennsiegen zwischen 1934 und 1951. Als 1933 Sechstagerennen in Deutschland verboten wurden, ging er mit seinem Partner Heinz Vopel in die USA. Die beiden wurden dort so populär, dass sie auch nach Kriegsausbruch 1939 noch eingeladen wurden, obwohl sie von den Nazis in der Heimat gefeiert und 1937 sogar in die Partei aufgenommen worden waren. Später war Kilian als Trainer der Bahnfahrer der bundesdeutsche „Medaillen-Schmied“: Zwischen 1964 und 1976 führte er den Bahnvierer dreimal zum Olympiasieg, fünfmal zwischen 1964 und 1975 wurde das Paradeteam Weltmeister. Von ihm als Bundestrainer betreute Radsportler gewannen 16 Goldmedaillen und insgesamt 36-mal Edelmetall bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Als Kilians Erfolgsgeheimnis galten das Verständnis für technische Neuerungen an Rädern sowie das Gespür für Menschenführung. Nach seiner Pensionierung 1978 wirkte er noch oft für den Deutschen Sportbund als Entwicklungshelfer in verschiedenen Ländern.