* 14. Oktober 1912 in Köln
† 2. Januar 1940 in Lörrach
Radsport-Weltmeister und Nazi-Opfer
Als Weltmeister im Bahnsprint der Amateure gehörte Albert Richter in den 1930er Jahren zu den populärsten deutschen Sportlern und galt als „Anti-Nazi“: Er trug das Trikot mit dem Reichsadler, nicht das mit dem Hakenkreuz. Bei der WM 1934 in Leipzig erregte er nicht nur mit seiner Silbermedaille Aufmerksamkeit: Richter war der einzige deutsche Athlet, der bei der Siegerehrung nicht den Hitlergruß zeigte. Auch hielt er treu zu seinem jüdischen Manager. Richters Haltung blieb dem NS-Regime nicht verborgen. Die Gestapo versuchte, ihn zur Mitarbeit zu erpressen. Am 31. Dezember 1939 setzte er sich in den Zug nach Basel. Er wollte einem in die Schweiz geflüchteten Juden dessen Geld übergeben. Zöllner filzten Richter und fanden das in die Fahrradreifen eingenähte Geld. Richter wurde ins Gerichtsgefängnis Lörrach gebracht. Sein Bruder fand ihn dort zwei Tage später tot vor, blutverschmiert und mit Löchern in den Kleidern. Alles spricht dafür, dass er nach Folterungen von der Gestapo erschossen wurde. In West- Deutschland war Richter lange vergessen. Erst 1989 brachte ein Dokumentarfilm Licht in sein tragisches Schicksal.
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Albert Richter mit seinem Manager Ernst Berliner
Foto: Archiv W. Schoppe
Richter verweigerte den Hitler-Gruß
Foto: Archiv W. Schoppe
Bild: Hans Borchert