Prof. Dr. h.c. mult. Berthold Beitz

* 26. September 1913 in Zemmin bei Greifswald

Menschenretter, Unternehmer, Sportfunktionär

 
 
Berthold Beitz hat sich vielfach um den Sport verdient gemacht. Beitz war begeisterter Segler und Ruderer. Für die Olympischen Spiele 1972 in München leitete er im Organisationskomitee den Segelsportausschuss. 1972 begann auch seine Karriere als Sportfunktionär: Beitz wurde Mitglied im Nationalen und Internationalen Olympischen Komitee (IOC), dessen Vizepräsident er von 1984 bis 1988 war. Er engagierte sich für den wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Austausch mit der Sowjetunion. Gegen den Boykott der Spiele 1980 protestierte er vergebens, doch als es 1988 darum ging, UdSSR und DDR von einem erneuten Olympiaboykott abzubringen, verhandelte Beitz lange und erfolgreich im Sinne der olympischen Idee. Das IOC ernannte ihn 1988 zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit.
 
Zusammen mit seiner Frau Else rettete er während des 2. Weltkriegs als junger Öl-Manager in Polen Hunderte jüdischer Zwangsarbeiter aus den Deportationszügen, indem er sie als unentbehrlich für die Industrie einstufte. Beitz sprach jahrzehntelang nicht über die Rettungstaten. Sie wurden erst 1973 bekannt, als ihn die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zum „Gerechten unter den Völkern“ erklärte – eine Auszeichnung, die 2006 auch seine Frau erhielt. Nach dem Krieg wurde Beitz einer der einflussreichsten Männer der deutschen Wirtschaft. Als Generalbevollmächtigter des Krupp-Konzerns gestaltete er den Wiederaufstieg des Großunternehmens. Die Krupp-Stiftung hat unter seiner Leitung über 600 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet.
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