Willi Holdorf

* 17. Februar 1940 in Blomesche Wildnis
 

Erster König der Athleten

 
 
 
Bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio gelang Willi Holdorf im Zehnkampf der große Coup: In einem mitreißenden Finale gegen den Sowjetrussen Rein Aun holte er als erster Deutscher den Olympiasieg in der „Königsdisziplin“ der Leichtathletik. Im abschließenden 1500-Meter-Lauf durfte Holdorf maximal 18 Sekunden auf den Rivalen verlieren. Als er zwölf Sekunden nach Aun mit der Devise „Gold oder Kollaps“ die Ziellinie überquerte, brach er entkräftet zusammen. Sein größter Erfolg war gleichzeitig sein letzter Zehnkampf. Vorher war der für den TSV Bayer 04 Leverkusen startende Athlet 1961 und 1963 Deutscher Meister und 1962 EM-Fünfter im Zehnkampf geworden.
 
Vor seiner Leichtathletikkarriere war Holdorf als Fuß- und Handballer aktiv. Vielseitigkeit bewies er auch später: Holdorf führte den Stabhochspringer Claus Schiprowski 1968 zu Olympia-Silber und arbeitete 1974 kurzzeitig als Trainer des Fußball-Bundesligisten Fortuna Köln. Im Zweierbob wurde er 1973 als Anschieber von Horst Floth EM-Zweiter und WM-Vierter. Bis 2006 gehörte Holdorf fast zehn Jahre lang als Persönliches Mitglied dem Nationalen Olympischen Komitee an.
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