Zwei Olympiasiege, zwei EM-Titel, je ein Welt- und Europarekord sowie 13 deutsche Rekorde in verschiedenen Disziplinen sind Ausdruck des vielfältigen Bewegungstalents der Leichtathletin Ingrid Mickler-Becker. 1968 gewann sie in Mexiko-Stadt Olympiagold im Fünfkampf, vier Jahre später in München siegte sie in Weltrekordzeit mit der deutschen Sprintstaffel. Weiterer Höhepunkt in ihrer Karriere waren die Europameisterschaften 1971 in Helsinki, wo Ingrid Mickler-Becker jeweils Gold im Weitsprung und mit der 4 x 100-Meter-Staffel sowie Silber im 100 Meter Sprint gewann. Mit der damaligen Weitsprung- Siegweite von 6,76 Meter hätte die elfmalige Deutsche Meisterin noch 35 Jahre später EM-Bronze gewonnen. Schon 1960 war sie mit 17 Jahren als jüngste Athletin der gesamtdeutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Rom im Hochsprung am Start (Platz neun). 1964 verpasste sie in Tokio als Weitsprung-Vierte mit 6,40 Meter nur um einen Zentimeter eine Medaille.
Nach der sportlichen Karriere engagierte sich Ingrid Mickler- Becker ehrenamtlich in Führungspositionen für den Sport. Lange Jahre war sie Präsidiumsmitglied im Landessportbund Rheinland-Pfalz und persönliches Mitglied im Nationalen Olympischen Komitee. Im Gutachterausschuss der Sporthilfe wachte sie von 1987 bis 2009 über die Förderung deutscher Athleten. Beruflich brachte sie es bis zur Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Jugend, Familie und Sport.