Margaret Bergmann-Lambert

* 12. April 1914 in Laupheim

 

Beste Hochspringerin ihrer Zeit

 

Margaret Bergmann-Lambert ist seit 2012 Mitglied in der Hall of Fame des deutschen Sports und steht stellvertretend für den Bereich Besondere Biografie durch die Zeit des Nationalsozialismus.
Mehr Informationen
 
 
Die Erfahrungen der Hochspringerin Margaret Bergmann-Lambert bilden ein unrühmliches Kapitel der deutschen Geschichte. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde „Gretel“ Bergmann, damals mutmaßlich beste Hochspringerin der Welt, von den Olympischen Spielen 1936 in Berlin ausgeschlossen und bedroht.
 
Nachdem sie 1931 Deutschen Rekord (1,51 Meter) gesprungen war, schloss ihr Verein, der Ulmer FV, sie im April 1933 aus. Gretel Bergmann verließ Deutschland, studierte in England und gewann 1934 mit 1,55 Metern die britischen Meisterschaften. Die Nazis zwangen sie zur Rückkehr, indem sie ihre Familie unter Druck setzten. Der Grund: Die US-Amerikaner forderten die Olympiateilnahme deutscher Juden, drohten mit Boykott. 1936 stellte Bergmann den Deutschen Rekord (1,60 Meter) ein, dem die NS-Sportführung allerdings die Anerkennung verweigerte. Kurz vor den Olympischen Spielen – die US-Amerikaner waren bereits auf der Schiffspassage – wurde ihre Startberechtigung zurückgezogen. Ihr Leistungsstand sei nicht ausreichend, hieß es. Bergmanns 1,60 Meter hätten eine Olympiamedaille bedeutet. Es war die Sieghöhe der Ungarin Ibolya Csak.
 
Gretel Bergmann wanderte in die Vereinigten Staaten aus, gewann dort 1937 und 1938 die Hochsprung-Meisterschaften. Der im Herbst 2009 in die deutschen Kinos gekommene Film „Berlin 36“ basiert auf ihrer Geschichte. Im November 2009 erkannte der Deutsche Leichtathletik-Verband die 1936 erzielte Leistung als Deutschen Rekord im Hochsprung an.
1
2
3